Fast jede:r kennt es von zu Hause: Man öffnet die Vorratsdose oder den Küchenschrank – und plötzlich flattert einem eine kleine Motte entgegen. Ein unangenehmer Moment, der leider gar nicht so selten ist.
Auch wir bei Genusskoarl sind nicht davor gefeit. Ja, auch uns passiert es immer wieder, dass wir uns Motten in den Getreidesäcken ins Lager einschleppen. Denn wo Lebensmittel sind, fühlen sich auch Vorratsschädlinge wohl – egal ob im Privathaushalt oder im Bio-Betrieb.
Aber wie geht man in einem biologisch arbeitenden Unternehmen mit Motten um, wenn chemische Insektizide keine Option sind? Die Antwort: Mit viel Know-how, natürlichen Methoden und professioneller Unterstützung.
Was in konventionellen Betrieben mit chemischen Keulen bekämpft wird, ist bei uns streng verboten. Stark toxische Gase einzusetzen und anschließend über die Raumluft in die Umwelt abzugeben? Kommt für uns nicht infrage!
Bio braucht clevere Lösungen – keine Giftstoffe
Statt auf Chemie setzen wir auf eine natürliche Methode: Pheromonfallen – genauer gesagt das Exosex-System.
Dieses wird bei uns von der Firma BIO-TECH Betriebshygiene GmbH im Rahmen unserer Schädlingsprävention und des kontinuierlichen Monitorings fachgerecht eingesetzt und betreut.
Die cleveren Fallen nutzen den natürlichen Geruchsstoff (Pheromon) weiblicher Motten, um männliche Motten anzulocken. Klingt romantisch? Ist es nicht – denn was die männliche Motte dort findet, ist kein potenzieller Partner, sondern eine kleine, blaue Falle mit ordentlich Duftstoff.
Sobald das Männchen mit dem Pheromon in Kontakt kommt, riecht es für die anderen Männchen selbst wie ein Weibchen. Das führt zu einem Durcheinander im Mottenbalzsystem – keiner findet mehr den anderen, und das bedeutet: Keine Fortpflanzung, keine nächste Motten-Generation!
Saubere Lager – ohne schädliche Rückstände
Bei Genusskoarl achten wir selbstverständlich auf die Grundregeln einer sauberen und sicheren Lagerung: Unsere Rohwaren werden trocken, sauber und vor Wärme geschützt gelagert – denn das ist die Basis jeder wirksamen Mottenprävention.
Zusätzlich setzen wir auf ein besonders nachhaltiges und professionelles System: Pheromon-Tabletten, die im Rahmen des Exosex-Systems eingesetzt und bei uns regelmäßig kontrolliert und ausgetauscht werden – betreut durch die Expert:innen der BIO-TECH Betriebshygiene GmbH.
Die blauen Dispenser werden in einem engen Raster von maximal 5 Metern im Lager verteilt. Die Tabletten werden alle zwei Monate ersetzt – ganz ohne Rückstände, ohne Belästigung und ohne Risiko für Mensch oder Produkt.
Wichtig zu wissen: Das Exosex-System ist ein professionelles Schädlingsbekämpfungs-System, das nur in gut verschlossenen Räumen eingesetzt werden sollte. Für den privaten Gebrauch ist es weniger geeignet – denn offenes Umfeld kann dazu führen, dass Motten von außen angelockt werden. Zudem braucht das System einige Monate, um seine volle Wirkung zu entfalten, und ist deutlich kostenintensiver als klassische Hausmittel.
Bio ist eben nicht nur ein Label – sondern Verantwortung
Das Beispiel zeigt schön, warum Bio mehr ist als nur ein Zertifikat. Wir handeln verantwortungsvoll – nicht nur beim Einkauf unserer Rohstoffe, sondern auch beim Umgang mit Schädlingen. Keine giftigen Gase, keine Rückstände in der Luft und garantiert kein Risiko für unsere köstlichen fermentierten Würzsaucen.
Denn ehrlich währt am längsten – und duftende Mottendates überlassen wir gerne der Natur, nicht unserem Lager.
Mottenfrei auch zu Hause – unsere Tipps für den Haushalt
Auch im Haushalt können Motten schnell zur Plage werden – besonders in Vorratskammern oder Speisekästen. Zwar ist das Exosex-System professionellen Betrieben mit gut verschlossenen Räumen vorbehalten, aber es gibt ein paar einfache Bio-Schädlingsbekämpfungs-Tipps, die du zu Hause umsetzen kannst:
🟡 Auf Sauberkeit achten: Regelmäßiges Reinigen von Schränken, Regalen und Ecken verhindert, dass sich Motten einnisten. Auch Krümel und Rückstände ziehen sie an.
🟡 Gut verschließen: Lebensmittel wie Mehl, Haferflocken oder Nüsse immer in dicht schließenden Gläsern oder Boxen lagern – am besten aus Glas oder Metall.
🟡 Einfrieren als Soforthilfe: Besonders bei neu gekauften Produkten wie Mehl, Nüssen oder Trockenobst lohnt es sich, sie für mindestens 48 Stunden ins Gefrierfach zu legen. So werden eventuelle Eier oder Larven zuverlässig abgetötet – bevor sie überhaupt schlüpfen können.
🟡 Mottenfallen aufstellen: Es gibt im Handel spezielle Pheromonfallen für den Haushalt – damit kannst du einen Befall frühzeitig erkennen und eindämmen.
🟡 Natürliche Abwehr: Lorbeerblätter, Lavendelsäckchen oder Zedernholz helfen, Motten fernzuhalten – ganz ohne Chemie.
🟡 Befallene Produkte aussortieren: Hast du Motten entdeckt, dann kontrolliere sofort alle Vorräte – oft sind auch benachbarte Packungen betroffen. Lieber einmal konsequent aussortieren, als lange ärgern.
Mit diesen einfachen Maßnahmen kannst du auch zu Hause auf natürliche und nachhaltige Weise gegen Motten vorgehen – ganz im Sinne der Bio-Schädlingsbekämpfung.